Unter- und Grundputze erfüllen nicht nur rein
funktionelle Zwecke, sie müssen auch über Eigenschaften wie
gutes, gleichmäßiges Haftvermögen, leichte Verarbeitung,
Schadstofffreiheit, Farbtonstabilität, mechanische Belastbarkeit
und Wasserdampfdiffusionsfähigkeit verfügen.
Es werden unterschieden:
Gipsputze
Gips als Bindemittel wird aus gebranntem und gemahlenem
Gipsgestein gewonnen. Moderne Gipsputze bestehen aus dem
Bindemittel Gips, dem Zuschlagstoff Kalksand und Zusätzen zur
Versteifungsregulierung, sowie zur verbesserten
Wasserrückhaltung. Gipsputze sind sehr trocken, sowie
diffusionsoffen und haben damit eine feuchtigkeitsregulierende
Wirkung. Sie gleichen das Raumklima optimal aus. Gipsputze
zeichnen sich ebenfalls durch eine feuerhemmende und
wärmedämmende Wirkung aus. Sie sind jedoch nur innen und nicht
in reinen Feuchträumen zu verwenden.
Kalkputze
Kalkputze sind diffusionsoffen, haben eine ähnlich gute
Wasseraufnahmefähigkeit wie Gipsputze und ebenfalls einen
feuchtigkeitsregulierenden Effekt. Sie wirken neutralisierend,
da sie Kohlendioxid- und Schwefeldioxidbelastungen reduzieren
und durch ihren hohen pH-Wert schützen sie vor Schimmel-, Algen-
und Pilzbefall.
Kalk-Gipsputze
Sie vereinen die Attribute Feuchtigkeitsregulierung,
Neutralisierung, Desinfizierung und Feuerhemmung der beiden
Bindemittel Gips und Kalk. Um diese postiven Eigenschaften zu
bewahren, sollten keine dichten Tapeten oder Dispersionsfarben
zur Veredelung verwendet werden.
Zementputze
Zemente werden durch gemeinsame Vermahlung von gebranntem
Portlandzementklinker, Gipsstein und eventuell diversen
Zumahlstoffen hergestellt. Sie werden klassifiziert in
Portlandzement, Tonerdeschmelzzement und HS-Zemente. Zement
erhärtet unter Wasser und ist nicht wasserlöslich.
Kalk-Zementputze
Durch Kalkbeigaben wird lediglich die Verarbeitbarkeit der
Putze verbessert. Kalk-Zementputze werden auch mit
Leichtzuschlagstoffen als "Leichtputze" angeboten, sie weisen
eine bessere Verarbeitbarkeit und günstigere
Verformungseigenschaften auf. |